Stefan Zweig

Stefan Zweig

Stefan Zweig

Stefan Zweig war in den zwanziger und dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts einer der meistgelesenen Schriftsteller deutscher Sprache. Seine Bücher erreichten Millionenauflagen und wurden in mehr als 50 Sprachen übersetzt. Nicht ohne Stolz berichtet er in seiner Autobiographie Die Welt von gestern: »… eines Tages las ich in der Statistik der des Genfer Völkerbundes, daß ich zur Zeit der meistübersetzte Autor der Welt sei …«

Geboren wurde Stefan Zweig in Wien am 28. November 1881 als Sohn eines jüdischen Textilunternehmers. Bereits als Zwanzigjähriger begann er mit dem Gedichtband Silberne Saiten seine ersten schriftstellerischen Arbeiten zu veröffentlichen. Danach sollten noch knapp sechzig weitere Romane, Dramen, Novellensammlungen und Monographien erscheinen. Seine Monographie über Castellio erschien erstmals 1936, allerdings nicht mehr in Deutschland, wo ihm als Jude Schreibverbot erteilt worden war, sondern in Wien. Das Buch wurde zu einem unerwarteten Erfolg: bereits wenige Wochen nach Erscheinen war die erste Auflage verkauft.

Bereits zwei Jahre zuvor, 1934, war er nach London emigriert, nachdem die Polizei sein Haus durchsucht hatte. »Ohne irgend jemanden meiner Freunde und Bekannten zu verständigen, reiste ich zwei Tage später nach London … Es war der erste Schritt, der mich von meiner Heimat löste.« Dort schrieb er im Anschluss an seine Erasmus-Biographie sein zweites großes biographisches Werk Castellio gegen Calvin, in dem er die heraufdämmernde Gefahr der nationalsozialistischen Diktatur am Beispiel von Calvins »Machtergreifung« in Genf und die Mechanismen beschrieb, die schließlich in eine »Tyrannei der Tugend« (Volker Reinhardt) ausartete.

In der Nacht vom 22. zum 23. Februar 1942 nahm sich Stefan Zweig in seinem brasilianischen Exil in Petrópolis zusammen mit seiner Frau Charlotte Altmann das Leben.