Hans R. Guggisberg

Der Schweizer Historiker Hans Rudolf Guggisberg (1930–1996) promovierte bei Werner Kaegi in Basel über »Sebastian Castellio im Urteil seiner Nachwelt vom Späthumanismus bis zur Aufklärung«. 1967 wurde er Professor für Europäische Geschichte am Friedrich-Meinecke-Institut in Berlin und lehrte dort bis 1969 an der Freien Universität Berlin. 1969 erfolgte seine Berufung an die Universität Basel, wo er bis zu seiner Emeritierung 1995 als Professor für Neuere Allgemeine und Schweizergeschichte lehrte. 1980-94 war er geschäftsführender Herausgeber der Zeitschrift „Archiv für Reformationsgeschichte“. Schwerpunkte von Guggisbergs Forschungen waren Reformation und Humanismus, religiöse Toleranz, die Vereinigten Staaten, die Historiografie sowie Spanien im ausgehenden Ancien Régime. Kurz vor seinem Tod beendete er seine große Castellio-Biographie, deren Drucklegung er jedoch nicht mehr erlebte. Aus ihr haben wir die beiden Kapitel entnommen, die in unserer Ausgabe unter dem Titel »Sebastian Castellios De haereticis und die Toleranzdebatte 1553–1555«.

Seine Forschungsschwerpunkte waren die Geschichte der USA, der Schweiz, und Spaniens. Sein Werk Geschichte der USA wurde zu einem Standardwerk. Guggisberg legte eine umfassende Biografie zu Sebastian Castellio vor. Seine Forschungen über Castellio führten auch zu einer Reihe von Studien über den Humanismus, über Jacob Burckhardt und Johan Huizinga. In zahlreichen Studien erörterte Guggisberg das Schicksal von Schweizern in den USA, und umgekehrt erforschte er auch die Eindrücke von Amerikanern wie George Licoln Burr oder Martha Carey Thomas in der Schweiz. Er war vierzehn Jahre Herausgeber der Zeitschrift Archiv für Reformationsgeschichte.