Aus dem Kräutergarten

von Karin Schlößer

Karin Schlößer

In der heutigen Zeit, in der küchenfertige Produkte, allerorts preiswert angeboten, sich immer größerer Beliebtheit erfreuen, dürfen wir uns ebenso auf eine leicht zu praktizierende, ausgewogene und gesunde Ernährung mit frischen Kräutern freuen.

Vielen Menschen ist der Umgang mit frischen Kräutern nicht mehr vertraut. Ich möchte Ihnen Mut machen, wieder danach zu greifen und sie in die tägliche Nahrung zu integrieren. Verschiedenste Kräuter lassen sich nicht nur im Garten, sondern ebenso gut im Balkonkasten oder im Blumentopf auf der Fensterbank ziehen. Dabei ist egal, ob sie ausgesät oder bereits als fertige Pflanze in einem Fachhandel bezogen werden.

Oft verwendete Kräuter, besonders im Frühjahr überall zu kaufen, sind Petersilie, Schnittlauch, Oregano, Majoran, Thymian, Basilikum, Rosmarin und Liebstöckel. Daneben gibt es natürlich noch eine große Auswahl anderer, sehr schmackhafter und wohltuender Kräuter, die ich Ihnen gern ans Herz lege.

Gerade frische Kräuter enthalten viele pflanzliche Stoffe, deren positive Wirkung wir uns durch die Nahrung, in Tees, Bonbons oder Heilmitteln zu Nutze machen können. Ätherische Öle in Kräutern wie Kamille und Arnika wirken entzündungshemmend, andere wie Anis, Kümmel, Thymian und Fenchel wiederum verdauungsfördernd und erleichtern das Abhusten von Schleim. Die sekundären Pflanzenstoffe (Glucosinolate) sind in Heilpflanzen enthalten. Hierzu zählt auch die Pfefferminze, die wachstumshemmend auf bestimmte Mikroorganismen wie Viren, Pilze und Bakterien wirkt und dadurch bei Infektionskrankheiten, Erkältung und Grippe hilft. Zu beachten ist, dass Kräuter wie Petersilie, Basilikum, Schnittlauch, alle Sorten Kresse, Dill, Borretsch, Kerbel, Zitronenmelisse und Pimpinelle besser roh verzehrt, andere wie Beifuß, Bohnenkraut, Oregano, Liebstöckel, Majoran oder Thymian besser gekocht werden sollten, da sie ihren vollen Geschmack erst beim Garen entwickeln. Frische Kräuter sind Vitaminbomben und enthalten ein großes Potenzial anderer wertvoller Inhaltsstoffe. Um diese so lange wie möglich zu erhalten, können die Kräuter frisch angeschnitten einige Tage gut in einem Glas klarem Wasser im Kühlschrank gelagert oder in ein feuchtes Tuch gewickelt und mit einer Plastiktüte geschützt in die Kühlung gegeben werden. Für den Winter kann ich meine Kräuter einfrieren. Hierzu werden sie frisch gewaschen, gehackt, in einem Tuch getrocknet und in Portionen eingefroren. Gut lassen sich die meisten vorbereiteten Kräuter auf einer Frischhaltefolie breitflächig gefrieren und dann später in gefrorenem Zustand, in einem Behältnis gesammelt, ganz leicht portionieren.

Die häufigsten Kräuter möchte ich Ihnen gern vorstellen:

Petersilie

Petersilie

Die Petersilie ist eins der bekanntesten Kräuter. Verwendung findet sie mit glattem Blatt und kräftigem Geschmack oder mit krausem Blatt und mildem Geschmack in fast jeder Speise. Roh gehackt für Salate, als Verzierung oder kurz vor Garende den Speisen zugefügt, ist sie in unseren Speisen eine sehr aromatische und vitaminreiche Bereicherung.

Schnittlauch

Schnittlauch

Schnittlauch, im Frühjahr frisch geerntet, vertreibt die Frühjahrsmüdigkeit, reinigt das Blut und liefert uns obendrein noch Vitamin C. Oft findet er als Zwiebelersatz oder klein geschnitten in Salaten und Dipps Verwendung.

Oregano

Oregano

Dank seines betörenden, appetitanregenden Aromas findet Oregano, auch Dost genannt, in allen „Mittelmeerspeisen“ Verwendung. Als Pizzagewürz nicht mehr weg zu denken, kann Oregano ebenfalls zu Fischgerichten und in Füllungen gegeben werden. Oregano passt nahezu perfekt zu allen Tomatenspeisen. Als traditionelles Heilmittel gegen Erkältung und Verdauungsbeschwerden wird es ebenfalls als Antiseptikum geschätzt.

Majoran

Majoran ist ein deftiges Kraut, zu verwenden in allen Kartoffelgerichten, Würsten und zu Hülsenfrüchten. Durch seine Verwendung beim Kochen hilft er, schwere Speisen zu verdauen, denn er fördert die Verdauungsorgane. Majoran kann sehr gut getrocknet und zerkleinert für die kalte Jahreszeit aufbewahrt werden. Äußerlich angewandt kann er in Heilmitteln die Hautheilung fördern und Kopfschmerzen lindern. Bei Babys wird Majoran heute noch gern zur Behandlung von Schnupfen und Blähungen verwendet.

Thymian

Thymian

Thymian ist sehr vielseitig verwendbar, passt zu Geflügel, Schalentieren, Lamm, Suppen, Soßen, Gemüsen und Kartoffeln. Thymian kann als Kräutertee mit Honig seine Wirkung bei Bronchitis und anderen Katarrhen entfalten. Als Mundwasser hilft es uns gegen Zahnfleischentzündungen.

Basilikum

Basilikum

Basilikum besticht ähnlich wie Oregano durch seinen intensiven, Appetit fördernden Duft. Sonnengereifte Tomaten, zarter Mozzarella, mit gutem Olivenöl und Meersalz angemacht, werden durch Basilikum mit seinem zart pfeffrigen Duft zu einer kleinen Delikatesse. Sehr lecker und bekömmlich ist Basilikum auch als Schaumsüppchen zuzubereiten. In der Heilkunde wird Basilikum vorwiegend bei Kopfschmerzen und seelischen Belastungen sowie bei Erkältungskrankheiten verwendet, da es die nächtliche Ruhe fördert und entspannt. Weiterhin lindert es Bauchschmerzen und Menstruationsbeschwerden.

Rosmarin

Rosmarin

Es gibt kaum ein kulinarisches Gebiet, bei dem Rosmarin nicht verwendet werden kann. Geben Sie ihn frisch in kleinen Mengen zu Marinaden bei Geflügel, Fisch und Fleisch oder verwenden Sie ihn, mit Knoblauch kombiniert, zum Spicken von Lammbraten. Beim Grillen in die Glut gelegt, weckt er mit dem rauchigen, herb-süßen Aroma bereits im Vorfeld guten Appetit. Die zarten Blüten eignen sich bestens für Salate oder zum Verzieren von Speisen. Als Tee aufgebrüht entfaltet Rosmarin seine durchblutungsfördernde und herzkräftigende Wirkung. Als Salbe wird Rosmarin auf Grund seiner hautreizenden und durchblutungsförderden Wirkung bei Rheumatismus und Nervenschmerzen verwendet. Im Mundwasser hat Rosmarin keimtötende Wirkung.

Liebstöckel

Liebstöckel

Liebstöckel wird auch liebevoll das Maggiekraut genannt. Es erinnert an den Geschmack von Sellerie, ist jedoch schärfer und bitterer. Liebstöckel kann als natürlicher „Maggieersatz“ an alle Speisen und Salate gegeben werden. Liebstöckel als Heilpflanze wirkt krampflösend, schleimlösend, harn- und schweiß- und wassertreibend. Es lindert daher Bronchitis, Husten, Mandelentzündungen, Blasenleiden, Nervosität, Rheuma, Gicht, Appetitlosigkeit und einiges mehr.

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Dies ist nur ein kleiner Auszug aus einer breiten Palette von Kräutern, die unsere Gerichte geschmacklich deutlich verbessern. Regelmäßig gegessen, helfen sie Körper und Geist und tun einfach nur gut.