Die Gäste sind gegangen, Thea ist wieder allein an diesem Abend ihres Geburtstags. Achtundachtzig Jahre alt ist sie heute geworden. Manchmal fühlt sie sich uralt und noch älter, als sie ist, wenn die Jungen sie bitten: „Erzähl, Tante Thea !“, und sie dann erzählt von früher, von ganz früher. Wie lang ist das her !?
Sehr lange, länger noch, als sie aus eigenem Erleben weiß. Und manchmal, wie an diesem Abend, als sie die Erinnerungen an die frühen Jahre ihrer Eltern noch einmal heraufbeschwört, fragt sie sich: Woher weiß ich das alles? Sie war doch noch gar nicht geboren, als die Familie vom Westerwald nach Köln zog, weil der Vater bei den Preußischen Staatsbahnen Arbeit gefunden hatte.
Der größte geistige und religiöse Reichtum des Judentums zur Zeit Jesu sind die in dieser Zeit entstandenen Psalmen, Hymnen und Gebete. Schon vor der Entdeckung der Schriftrollen von Qumran wusste man, dass es solche hymnischen Texte gab, vor allem aus der sogenannten zwischentestamentlichen Literatur, Schriften, die nach den letzten alttestamentlichen und vor den ersten neutestamentlichen Büchern entstanden und von denen wir heute einige unter dem Namen "Apokryphen" in manchen Bibelausgaben finden. Auch die Lieder am Anfang des Lukas-Evangeliums (Magnificat, Benedictus und Nunc dimittis) gehören in diese Tradition.
Diese Aufführung war einer ganz großen Höhepunkte auf dem 28. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart im Beethovensaal der Stuttgarter Liederhalle am 17. Juni 1999.
Exzellenz Bredenkamp stand auf dem kleinen Rheinstadener [Dinslakener] Bahnhof, sah sich vergnügt um und atmete ein paarmal hintereinander tief auf. Seine Brust weitete sich; er reckte und streckte sich, und mit sichtlichem Behagen sog er die erfrischende Luft der Heimat ein.Während er mit seiner Handtasche langsam dem Ausgang zuschlenderte, dachte er: „Na, da können sie lange warten, bis ich ihnen dabei helfe, daß sie einen großartigen Hallenbahnhof bekommen. Der hier ist lange gut; der Wind kann von allen Seiten den Menschen anpacken, ihn rütteln und schütteln, und wie tut das wohl! Das fehlte noch, daß man hier wie in den qualmigen Berliner Bahnhöfen unter einer gewölbten Glashalle aussteigt.“
Wintersemester 1930/31, Universität München, Anatomiehörsaal der medizinischen Fakultät: zwei 20jährige, aber sehr unterschiedliche Medizinstudenten begegnen sich erstmals:
Der eine, Hans Graf von Lehndorff (1910–1987), entstammt einer der ältesten ostpreußischen Adelsfamilien; er ist der Sohn des Königlichpreußischen Landstallmeisters und Leiters des großen staatlichen Gestüts in Trakehnen/Ostpreußen. Der junge Graf, für den seine Eltern zunächst ein Auslandsstudium (Jura) in Genf, Paris und London organisiert hatten, war gerade aus England zurückgekehrt.
Der andere, Manfred Oberdörffer (1910–1941), ist ein Hamburger Kaufmannssohn, der wegen Veröffentlichungen von Gedichten von der Schule verwiesen worden war ...
Aus einem Brief von Zenta Maurina an Ella Pfaff: "Es waren die Besten, die aus edelstem Holz geschnitzten, die aus dem Felde nicht heimkehrten, daher ist unsere Zeit so dürr und verdürftigt. Die Wunde, die ein so tiefer Verlust schlägt, heilt nicht zu und dennoch müssen wir weiterleben, d. h. lieben und wirken, noch intensiver lieben, um im Sinne der Dahingegangenen zu leben. Die Briefe Ihres Sohnes sind wie die zarten Frühlingsblumen – Narzissen und Krokusse –, die die Kraft besitzen, die harte Wintererde zu durchbrechen, ohne den Hauch und Schmelz ihrer Schönheit zu verlieren."

Dieses Lesebuch versammelt Erzählungen aus Vergangenheit und Gegenwart, die – unabhängig vom allgemeinen Erzählstoff – als dichterischer Lesestoff und natürlich auch als Arbeits- und Übungsmaterial im Deutschunterricht der beginnenden Mittelstufe an der Waldorfschule eingesetzt werden können.
Zum Auftakt der 10. Westerwälder Literaturtage las Renate Habets auf Einladung der Wissener Buchhandlung „buchladen“ aus ihrem Roman „Thea“.
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