Ein kulinarischer Einkaufsbummel durch Hildesheim

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was sind wir Hildesheimer doch für ein eigenwilliges Völkchen! Nichts kann uns recht sein und niemand kann es uns recht machen. Würde ein fremder Besucher uns reden hören, wie wir über unsere Stadt denken, müsste er sich wohl fragen, warum denn überhaupt noch jemand in Hildesheim wohnt. Ist es Trotz, Resignation oder einfach nur Stumpfsinn, der uns bei der Stange, sprich in Hildesheim hält? Nein, würde unsere Antwort lauten, entschieden nein. Wir lieben unsere Stadt, und machen dabei eine so bittersüße Miene wie ein alt verheiratetes Ehepaar, das miteinander grummelt und stets am anderen etwas auszusetzen hat, aber doch nicht voneinander lassen kann. So ist es, wie es scheint, auch mit uns: Von den schlechten Welten, unter denen wir zu wählen hätten, ist Hildesheim doch immer noch die beste. Das nennt man euphemistisch „wahre Liebe“, und wie jede Liebe geht auch diese in Hildesheim erst einmal durch den Magen.
Und das nicht ohne Grund. Wir Hildesheimer wissen nämlich gutes Essen sehr zu schätzen. Wie könnte dies auch anders sein, wo man wie wir in einem wahren Garten Eden leben, inmitten unseres herrlichen Hildesheimer Landes. Nur draußen, hinter unserem Hildesheimer Horizont, weiß man das noch nicht so recht zu würdigen. Und warum? Weil unsere Kirchtürme und Altertümer den Blick auf unsere wirklichen Schätze verstellen – unser Feinkostangebot und unsere Küche.
Doch von heute an wird sich das ändern. Und wie? Indem wir einfach die Probe aufs Exempel machen und uns von den Hunderttausenden von Gästen, die jährlich unsere Stadt besuchen, einen aussuchen, den wir verführen werden, länger bei uns zu verweilen, als er sich das je gedacht hat. Am Ende gar für immer? Wer weiß …
Und wie stellen wir das an? Ganz einfach, wir lassen ihn sich erst mal regelrecht berauschen an unserem Weltkulturerbe, lassen ihn staunen und vielleicht sogar neidisch werden auf all die Hildesheimer Pracht und sich so recht satt machen an unseren vielen Kunstschätzen – bis er am Ende hungrig ist, so hungrig, dass ihm der Magen knurrt, und er nur noch begierig ist auf Nahrhaftes und möglichst Auserlesenes, auf das ihn Glanz und Gloria unseres alten Hildesheim inzwischen eingestimmt haben.
So eingestimmt, ist er reif für unseren Anschlag, mit dem wir ihn nun überraschen werden: Wir laden ihn zu einem Einkaufsbummel ein. Und da er seine Abreise bis auf weiteres stornieren will (weil ihm Gutes schwant?), verabreden wir uns für den nächsten Tag am Bahnhof. Nicht gerade der attraktivste Ort als Start für eine Führung in die Verführung, aber wir wissen es und senden unsere Seufzer ergeben hin zum Rathaus und zur Deutschen Bahn.

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Nun also rasch ihn bei der Hand genommen und unseren neuen Freund entgegen seinem instinktiven Wunsch, die Fußgängerzone zu durchqueren, mit entschiedener Geste den scheinbar ungastlicheren Weg in die Bahnhofsallee geführt. Denn dort befindet sich auf der rechten Seite schon nach wenigen Metern die türkische Bäckerei Duygu.

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