Duisburg: Schifferbörse

Frank Schwarz als Küchenchef. Ein Klick auf das Bild verrät, was er gerade kocht.

Er ist schon ein ganz Besonderer, dieser Frank Schwarz. Meistens hat er die Ruhe weg, trägt, selbst wenn er ernst dreinschaut, tief hinten versteckt stets ein Lächeln im Blick, und wenn er mal böse guckt, dann muss es einer schon schlimm getrieben oder etwas Furchtbares angestellt haben. Denn zu normalen Zeiten erlebt man ihn nie anders als freundlich, ja herzlich mit seinen Mitarbeitern – und in zurückhaltender Wärme mit seinen Gästen. Distinguierte Herzlichkeit ist das, was den Besucher in der Schifferbörse erwartet.

Gepflegtes Ambiente für gehobene Ansprüche

Die Schifferbörse, 1901 im heute wieder restaurierten Hafenstadtteil Duisburg-Ruhrort errichtet und einst ein Treffpunkt für Kaufleute und Reeder, liegt direkt am Hafenmund und bietet den Ausblick auf den Hafen, den Rhein und den Museumsdampfer „Oscar Huber“. Dieses altehrwürdige Gebäude auf dem idyllisch gelegenen Gustav-Sander-Platz hat Frank Schwarz in ein stilvolles Restaurant mit Tagungs- und Veranstaltungsräumen verwandelt, in dem immer noch der Geist seiner Erbauer spürbar ist.

Mit seinem Event-Catering-Service bedient das Unternehmen national alle Arten von Veranstaltungen jedweder Größenordnung, und sollte jemand ein Fest planen, eine private Party oder eine Konferenz, darf man sicher sein, dass mit seinem Party-Service aus jeder Festlichkeit ein unvergessliches Erlebnis wird, an das sich die Gäste gerne erinnern werden.

Der Manager Frank Schwarz

So manch einer wird sich schon gefragt haben, welcher Mensch sich hinter dieser erfolgreichen Unternehmerpersönlichkeit Frank Schwarz verbirgt, was seine Beweggründe sind und woher er seine Inspirationen für seine kreative Arbeit bezieht.

Gaby Gies, Redakteurin der NRZ, ist dieser Frage nachgegangen und hat sich mit ihm zu einem Treffen verabredet. Nicht etwa in der Schifferbörse – nein, auf einem See in einem Ruderboot.*

Sanft schlagen Wellen an den Kahn. Frank Schwarz hat das Ruder in die Hand genommen. Wasser-Arbeit. Die groben Holzruder tauchen gleichmäßig zwischen die Seerosen in den kleinen See am Samannshof in Neukirchen-Vluyn. Aus den anderen Booten wehen hin und wieder leise Gesprächsfetzen herüber. Blaue Stunde auf dem Wasser. Minuten, die weder Tag noch Abend sind, weil sie irgendwo dazwischen verloren gegangen sind. Eine gute Zeit, ein guter Ort, um jemanden einmal anders kennen zu lernen. Einen wie Frank Schwarz, den Chef der Duisburger Schifferbörse und eines der größten Catering-Unternehmen der Region. Neue Erkenntnis: Der 42-Jährige ist nicht nur erfolgreicher Gastronom, sondern auch tadelloser Ruderbootkapitän …

Hallo, Herr Schwarz. Wie viel Zeit haben Sie denn mitgebracht? Köchen sagt man nach, sie hätten nie Zeit, seien immer gestresst und in Hektik?

Nicht so bei Frank Schwarz. Der Mann, der bei den World Games 3500 Sportler bekocht hat, unter anderem bei der Immobilienmesse Mipim in Cannes und bei der WM der Kanuten den Kochlöffel schwang, lächelt entspannt – er hat sich für den Rest des Tages frei genommen.

Passt ja hervorragend. Wir wollten nämlich hier auf dem Wasser über Zeit plaudern. Über Zeit haben, Zeit nutzen, totschlagen, vergessen, Zeitreisen … Also los, keine Zeit verplempern, vervollständigen Sie doch mal Folgendes: Zeit ist …

Bevor er antwortet, haben wir die Plätze getauscht. Der gebürtige Meidericher ist Bootsbesitzer und unbestritten der bessere Ruderer von uns beiden. „Zeit ist“, so sagt er, „nur eine Zeitbemessung, so wie Alter auch. Dieser Tag, dieser Monat, dieses Jahr – das geht einfach so an einem vorbei, das kann man nicht greifen.“

Entdecken die Langsamkeit: Frank Schwarz und NRZ-Redakteurin Gaby Gies

Hmm. Dabei ist die deutsche Sprache gespickt mit Sprüchen, die sich um Zeit drehen. Zum Beispiel: Zeit ist Geld?

„Das habe ich bestimmt früher auch mal gesagt. Aber da hat sich meine Einstellung geändert. Über Zeit mache ich kein Geld. Für mich gilt eher der Spruch ,zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein‘. Um Kontakte zu knüpfen, beispielsweise.“

Gilt das auch im Privatleben?

„Wenn man Wünsche hat und die formuliert, dann sind die eigentlich zeitunabhängig. Dann passieren Sachen einfach. Durch positive oder auch durch negative Einstellung kann man sein Schicksal beeinflussen. Sprich, man kann mit geprellter Rippe Rudern gehen, oder zu Hause bleiben …“ (Das mit der Rippe ist kurz vor unserer Bootsfahrt passiert bei seinem Versuch, bei stürmischem Wind im Garten ein Zelt aufzubauen.)

Und was ist mit der Zeit, die alle Wunden heilt?

„Man sagt, auch die schwärzeste Stunde hat nur 60 Minuten. Ich weiß durch den Tod meiner Eltern und eines Bruders, aber auch durch geschäftliche Tiefschläge, dass manche Sachen länger brauchen. Es kommt auf die innere Einstellung an. Ich bin ein sehr gläubiger Mensch, und habe Methoden gelernt, für mich manche Dinge versöhnlicher zu gestalten. So nehme ich mir die Zeit, jeden Morgen zu meditieren, auf dem Crosstrainer. Das eigene Gebet sprechen oder andere Dinge formulieren. Etwa Dank für das, was man erlebt hat, Wünsche für den Tag, Kraft rüberschicken …“

Klingt nach sehr viel Gelassenheit. Braucht man das, um von einem Arbeiterkind aus Meiderich zu einem der erfolgreichsten Gastronomen Duisburgs zu werden?

„Gelassenheit kommt durch Erkenntnis, durch das Wissen, wie man körperlich und geistig auf Katastrophen reagiert. Ich habe schon sehr früh sehr viel arbeiten müssen. Meine Eltern hatten einen Kiosk, da mussten ich und meine fünf Geschwister viel helfen. Manchmal habe ich mich geschämt, nur ein Arbeiterkind zu sein. Mit 14 habe ich mir meinen ersten Job gesucht, als Metzgerlehrling, anschließend habe ich die Kochlehre, mit 23 meinen Meister gemacht. Da war ich Deutschlands jüngster Fleischermeister. Angetrieben hat mich der Wunsch, erfolgreich und unabhängig zu sein.“

War der Aufbau der eigenen Existenz bislang die schönste Zeit im Leben des Frank Schwarz?

„Nein, die schönste Zeit in meinem Leben ist die, wie ich sie jetzt erlebe. Sicherlich auch die Phase, als die Kinder klein waren. Aber da musste ich eben auch enorm viel arbeiten.“

Noch nicht einmal hat der Mann auf die Uhr geguckt. Ob er seine Spaghetti nach Gefühl al dente kocht?

„Wenn man am Herd steht, ist Zeit sehr wichtig. Natürlich schaue ich auf die Uhr, wenn ich Nudeln koche. Ich wiege auch. Dann verplempere ich später keine Zeit, die versalzene Suppe mit Wasser zu strecken …“

"Ich würde alles wieder so machen."

„Ich würde alles wieder so machen.“

Das Quietschen der Ruder wirkt beruhigend. Augen zu. „Und wenn wir jetzt eine Zeitreise machen würden?“, frage ich.

„Um was besser zu machen? Nein, ich würde alles wieder so machen, sonst wäre ich ja nicht da, wo ich jetzt bin. Aber wenn ich mir eine Zeit aussuchen würde, dann die 68er, die Jahre finde ich spannend. Ich stelle mir diese Aufbruchsstimmung unglaublich toll vor.“

Die Anlegestelle ist in Sicht, die Stunde rum. Jetzt ist die Zeit gekommen, sich zu verabschieden.

„Eigentlich vergeht Zeit schnell, wenn nicht so viel passiert. Wenn zu viel Routine, zu viel Arbeit da ist. Wenn man viele intensive Erlebnisse hat, dann rinnt sie nicht so dahin …“

* Mit freundlicher Genehmigung aus der NRZ vom 28. Juli 2007

Aktuelle Informationen zur „Schifferbörse“ finden Sie unter hier.