4 kg Pflaumen mit Stein langsam köcheln ohne Zucker, insgesamt 3 Stunden.
Es war einmal ein Nachmittag im Herbst 2007, die Sonne schien und es war warm, im Wintergarten und in der Wohnung ca. 30 Grad.
Da kamen drei Dinge zusammen, die eigentlich nichts miteinander zu tun hatten: 4 kg Pflaumen vom eigenen Baum, der Film „Hair“ und das eine und andere Glas Rotwein.
Der Film brachte mich um gut 30 Jahre zurück − es kam ein Gefühl von Leichtigkeit, Freiheit und die Erkenntnis: Heut ist ein schöner Tag, um Pflaumenmus zu machen.
Also, ich nahm ein Sieb, wusch die Pflaumen, nahm einen großen Topf und stellte ihn auf den Herd bei mittlerer Hitze. Die Pflaumen waren nicht entsteint, und es gab auch keinen Zucker, das war wichtig, das war ursprünglich − so meine Idee.
Ein Schluck Rotwein, und die Idee verfestigte sich.
Der Film lief im Hintergrund und die tolle Musik wurde auch mal lauter gestellt.
Zwischendurch musste ich die Pflaumen auch mal gut durchrühren.
Ein Schluck Rotwein und die Herdplatte auf ganz klein.
Irgendwann blubberte das Mus vor sich hin, der Film „Hair“ war zu Ende und das Ende war schon sehr gefühlvoll.
Nur das Mus brauchte noch eine Weile. Insgesamt 3 Stunden.
12 Gläser ergab mein Happening, viele Gefühle, Erinnerungen − das Pflaumenmus war richtig lecker mit einer nussigen Note.
Zahlen regieren die Welt, nicht Gefühle. Ich wünsche mir, dass die Menschen sich reicher machen, indem sie mehr Gefühle zeigen und sich von ihnen leiten lassen.
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