22. September, 2012

Neu bei alcorde: Kiesel zum Gedenken

Von

Von Renate Habets, der Autorin des Romans „Thea“, ist ein neues Buch erschienen: ein Band mit elf Erzählungen über Menschen jüdischen Glaubens, deren Schicksal sie im 19. Jahrhundert am Rande der Ruhr bei Kettwig angesiedelt hatte. 

Bei den Juden ist es Brauch, zum Gedenken an die Verstorbenen einen Kieselstein auf das Grab zu legen.
Auch die Erzählungen, die unsere Autorin Renate Habets in ihrem neuen Band vorlegt, wollen eine Art Kiesel sein, Kiesel zum Gedenken an jüdische Menschen, die aus der Erinnerung herausgefallen sind.
Elf Erzählungen sind es geworden, weil das Kaddisch, das jüdische Totengebet, elfmal gesprochen wird – elfmal Erinnerung an den Verstorbenen, elfmal Erinnerung an die Frauen und Männer, Jungen und Mädchen, die im 19. Jahrhundert irgendwo in einer kleinen deutschen Stadt lebten, hier verkörpert in Kettwig vor der Brücke, und nahezu vergessen auf einem Friedhof ruhen, nicht nur demjenigen am Blomericher Weg.

Habets_Kiesel zum Gedenken

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So schreibt die Autorin in ihrem Vorwort:

Bei meinen Besuchen auf dem jüdischen Friedhof am Blomericher Weg in Ratingen-Hösel stellte ich mir  mehr und mehr die Frage, wie das Leben derjenigen ausgesehen hatte, deren Grabsteine ich vor mir sah, wer es sei, der dort seine letzte Ruhestätte gefunden hatte. Ihnen, deren Namen kaum leserlich und deren Geschichten vergessen sind, wollte ich ein Gesicht geben.

Dabei wollte ich nicht erzählen, was war – die Geschichten sind nicht dokumentarisch.  Sondern ich wollte erzählen, wie es hätte gewesen sein können. Dabei fühlte ich mich durchaus der historischen Wahrheit verpflichtet, recherchierte sorgfältig, erfand aber dennoch die einzelnen Geschichten, erlebte sie schreibend nach, So ist der Name des 1786 ersten dort Bestatteten, Samuel ben Benjamin, zwar historisch,  und er stammt auch tatsächlich aus dem Elsass, das ist bekannt, aber die Erklärung dafür, wie dieser nach Kettwig gelangt sein könnte, ist meine Erfindung. Weiterlesen

6. Juli, 2012

Senioren besetzen Berliner Villa

Von

„Wir wollen zusammenbleiben, das ist unser Ziel“

Wie SPIEGEL ONLINE berichtet, haben etwa 50 Senioren eine Villa besetzt, die von der Bezirksverwaltung Pankow geschlossen werden soll. Diese Villa diente als Begegnungsstätte für einige hundert Senioren zwischen 65 und 96 Jahren, die dort Schach und Canasta spielen, Gymnastik machen und Malkurse besuchen.

 

24. Mai, 2012

Und wenn wir alle zusammenziehen?

Von

In der «Weißen Reihe» ist ein neuer Ratgeber erschienen zum Thema “Wohnen im Alter”, das nicht nur die Generation 60+ beherrscht, sondern inzwischen auch die bundesdeutschen Kinos.

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Wie möchte ich im Alter leben? Diese Frage stellt sich vielen Menschen, wenn sie spüren, dass sie „in die Jahre kommen“.  Mit zunehmendem Alter ändern sich ihre Bedürfnisse, sie verbringen mehr Zeit zuhause, die Ansprüche an das eigene Wohlbefinden wachsen, gesundheitliche Einschränkungen verlangen entsprechende Wohnbedingungen. Das Ende der Berufstätigkeit eröffnet zudem neue Freiräume für eine individuelle Lebensgestaltung, kann jedoch auch zu einem Gefühl von Vereinsamung führen.

Neue Wege wollen gefunden und gegangen werden – Wege, die zum Menschen und seiner neuen Situation passen und ihm ein zufriedenes Leben ermöglichen sollen. Betreutes Wohnen oder Senioren-WG, Residenz oder Pflegeheim: Die Möglichkeiten der Wohn- und Lebensgestaltung sind vielfältig, die Grenzen fließend und die Angebote entsprechend unübersichtlich.

In diesem Ratgeber gibt die Autorin Waltraud Ries eine Übersicht über verschiedene Wohnformen, zeigt finanzielle und rechtliche Aspekte auf und erläutert Vor- und Nachteile, die im Vorfeld bedacht werden sollten. Kapitel für Kapitel werden die Wohnformen anhand von Beispielen vorgestellt, Angebote entschlüsselt, Begrifflichkeiten und Bedingungen leicht verständlich erklärt.

Wer auf der Suche nach der geeigneten Wohnform für eine Lebensphase ist, die besondere Anforderungen an die Gestaltung des Alltags stellt, findet in diesem Buch umfassende und übersichtliche Informationen und sehr konkrete Hilfestellungen.

16. Mai, 2012

Das Bedürfen

Von

Aus den «Erzählungen der Chassidim» von Martin Buber:

Anfangs lebte Rabbi Jechiel Michal in großer Armut; doch verließ ihn die Freude nicht für eine Stunde.
Einst fragte ihn jemand: »Rabbi, warum betet Ihr nur jeden Tag: ,Gesegnet, der mir alles, dessen ich bedarf, gewährt‘? Es geht Euch doch alles ab, was ein Mensch braucht!« Er antwortete: »Sicherlich ist, wessen ich bedarf, eben die Armut, und die ist mir ja gewährt.«

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