Bibliothek historischer Denkwürdigkeiten: ÜBER KRIEG UND FRIEDEN

ÜBER KRIEG UND FRIEDEN
Die Friedensschriften des
Erasmus von Rotterdam

Herausgegeben von Wolfgang F. Stammler,
Hans-Joachim Pagel und Theo Stammen
Aus dem Lateinischen von Hans-Joachim Pagel,
Wolfgang F. Stammler und Werner Stingl
Mit einführenden Beiträgen von Theo Stammen, Mariano Delgado und Volker Reinhardt
546 Seiten mit 86 Illustrationen
Leinenband mit Schutzumschlag und zwei Lesebändchen
ISBN 978-3-939973-72-0
EUR 48,00

Krieg und Frieden – dieses Thema hat Erasmus von Rotterdam (ca.1466–1536) im Verlauf seines Lebens immer wieder in seinen Schriften beschäftigt. Erstaunlich daran ist: Sie klingen gerade heute in Zeiten immer wieder aufbrechender und scheinbar sinnloser Kriege genau so aktuell wie vor 500 Jahren:

« Warum bloß verwenden die Menschen ihren Verstand lieber dazu,
sich ihren Untergang zu bereiten, als dazu, ihr Glück zu bewahren?
Warum sehen sie klarer, was zum Bösen
als was zum Guten führt?
Wer auch nur ein wenig klüger ist,
prüft, überlegt und schaut sich um,

bevor er sich an ein privates Geschäft macht.
Aber in den Krieg stürzen sie sich kopfüber
mit geschlossenen Augen, zumal, wenn er erst
einmal begonnen wurde, nicht ausgeschlossen
werden kann, dass aus einem winzigen Krieg
ein ganz großer entsteht, aus einem einzigen
bald mehrere, aus einem unblutigen ein blutiger.
 »

Die in diesem Band versammelten Friedensschriften des Erasmus werden auch heute kaum jemanden unberührt lassen. Sie rühren an die einem jeden Menschen innewohnende Sehnsucht nach Versöhnung mit dem scheinbar Unversöhnbaren. Sie sind auf eine geheimnisvolle Weise nicht weniger machtvoll als alles Aufrüsten mit Worten und Waffen: Sie sind als Schrift das wirkmächtig gewordene Gewissen einer im Bann des Bösen sich immer wieder selbst an den Abgrund führenden Welt.

In Zeiten wie diesen will dieser Band, der erstmals sämtliche Friedensschriften des Erasmus in sich vereint, dazu beitragen, diese Sehnsucht nach Frieden im Geist des Erasmus aufrecht und lebendig zu erhalten.

Die Friedensschriften:

  • Rede über Frieden und Zwietracht (Oratio de pace et discordia)
  • Papst Julius vor der verschlossenen Himmelstür (Julius exclusus e coelis)
  • Brief an Anton von Bergen vom 14. März 1514 
  • Süß ist der Krieg den Unerfahrenen (Dulce bellum inexpertis)
  • Aus der « Fürstenerziehung » (Institutio principis christiani):
    Fähigkeiten für den Friedenserhalt – Staatsgeschäfte der Fürsten in Friedenszeiten – Maßnahmen für den Fall eines Krieges
  • Die Klage des Friedens (Querela pacis)
  • Aus den « Vertrauten Gesprächen » (Coloquia familiaria) :
    Soldatenbeichte – Der Soldat und der Kartäuser – Charon
  • Ausführliche Erörterung eines Kriegs gegen die Türken (Utilissima consultatio de bello turcis inferendo)

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