24. Januar, 2012

Der Prinz, den Friedrich liebte

Von

„Der Selbstlose zieht Ehre und Ruf den Vorteilen des Reichtums vor, Billigkeit und Gerechtigkeit den Trieben zügelloser Begehrlichkeit, die Wohlfahrt von Staat und Gesellschaft dem Eigennutz und dem Vorteil der Familie …“

(Friedrich der Große in seiner Eloge auf den Prinzen Heinrich)

 

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Guttenberg und Wulff − sie verkörpern ein Thema, das seit Jahren wie ein anschwellender Bocksgesang die öffentliche Diskussion über ein neues Wertebewusstsein der politischen Führung im Umgang mit der Macht beherrscht.

Dass diese Frage nicht neu ist und im Verlauf der Geschichte immer wieder angemahnt werden musste, zeigt der eingangs zitierte Satz, gesprochen vor 245 Jahren in just derselben Stadt, in der erstmals ein Bundespräsident wegen staatsanwaltlicher Ermittlungen von seinem Amt zurücktreten musste.

Wie in kaum einer anderen Schrift hat Friedrich der Große in seiner Éloge auf seinen Neffen Heinrich – anders und mehr noch als in seinem »Antimachiavell« – seine Maximen formuliert, woran man die Tugenden eines wahrhaft guten und gerechten Herrschers misst und erkennt. Anlass dazu war der frühe Tod dieses Prinzen, die Hoffnung des Hauses Brandenburg, als die Heinrich ihm galt, den Friedrich wie keinen in seiner Familie geliebt hatte und in dem er all diese Tugenden verkörpert sah.

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