22. Oktober, 2008

Bürgermeister legte einen echt “feurigen” Auftritt in der Küche hin

Von

Bei Lifu-Küchen stand Dr. Christoph Landscheidt (Kamp-Lintfort) fürs Koch-Event am Herd

Norbert Ballhaus hat es getan, Hans-Theo Mennicken war schon dran und Bernd Böing hat auch nicht “nein” gesagt.
Klar, dass da Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt als 4. in der Runde der Stadtoberhäupter zum Kochlöffel griff und sich im Rahmen der großen Aktion “So kochen wir am Niederrhein” gerne an den Herd stellte. Und so kamen die geladenen Gäste aus der Geschäftswelt der wir4-Region im Hause Lifu-Küchen, Kruppstraße 8, am vergangenen Mittwochabend in den Genuss eines auserlesenen Menüs, an dem der Bürgermeister seinen nicht unerheblichen Anteil hatte.
Chefkoch Alexander Hein vom Hoerstgener Landhotel “Zur Post” bekam gleich doppelte Verstärkung: Frank Degenhardt, bei der “Post” im ersten Lehrjahr zur Kochausbildung, und einen Bürgermeister, der sich küchentechnisch durchaus begabt zeigte. “Ich werde immer unterschätzt, ich kann mehr als Kartoffeln, Nudeln und Spiegeleier”, schmunzelte der. Er war aber doch froh, dass die “Kollegen” schon etwas vorbereitet hatten! Für die “feinfühlige Zubereitung” der Lachs-Crepes erntete Christoph Landscheidt auch gleich Lob vom Küchenchef. Moderator Dirk Elfgen witterte eine Karrierechance: “Da haben sie ja noch eine Option für die Zeit nach der Wahl”, scherzte er. “Das hätte ich jetzt nicht gedacht”, konterte der Bürgermeister, der sich im Laufe des Abends schon mal selbst ein bisschen auf die Schippe nahm, trocken. Sein Lieblingsrezept wollte Christoph Landscheidt im übrigen nicht verraten: “Das steht im Kochbuch”, gab er augenzwinkernd einen Anreiz zum Kauf des Buches, das im November erscheinen wird. Wolfgang Stammler vom alcorde-Verlag – hier entsteht das Kochbuch in Zusammenarbeit mit den Lokal-Nachrichten – berichtete, dass es nun in die “heiße Phase” geht. “Ich bin dankbar für eine Atempause und freue mich auf ein gutes Essen in netter Gesellschaft”, so der Verleger.
Es war eine durch und durch gemütlich Atmosphäre. An der langen, mit herbstlichen Farben dekorierten Tafel kamen die Gäste bei einem Glas Wein – gesponsert von Bührmann-Weine – schnell miteinander ins Gespräch und die offene Küchentheke lud dazu ein, den Köchen buchstäblich über die Schulter und in die Töpfe zu schauen. Nur beim Zubereiten der Crème Brulée war Abstand halten geboten. Chefkoch Alexander Hein freute sich über die vielen interessierten Fragen und gab seine Kochtipps gerne weiter. Auch Thomas Lipperheide, Inhaber von Lifu-Küchen, nahm sich viel Zeit, um seinen Gästen die Vorzüge des Induktionskochfeldes bzw. eines Dampfgarers zu erklären und verblüffte alle mit einer ganz besonderen Vorführung: der Reinigung des Tepan-Grills mittels Eiswürfeln.
Innerhalb kürzester Zeit, ohne den Einsatz von scharfen Putzmitteln oder schweißtreibendes Abkratzen waren die Reste der gebratenen Jakobsmuscheln wie von Zauberhand verschwunden.
Ein Talent, dass man als Chef im Rathaus unbedingt braucht, kam Christoph Landscheidt auch in der Küche zugute: delegieren können! Denn als es an das Schälen des Rosenkohls für das Hauptgericht ging, sprangen fleißige Helfer für den Bürgermeister ein. In ein angeregtes Gespräch vertieft, hatte der die Aufforderung, zum Messer zu greifen, glatt überhört. Und weil alles so gut lief, mischte sich Christoph Landscheidt klugerweise gar nicht mehr ein. Danach war er aber wieder am Start und zerbröselte fachmännisch die Maronen, .mit denen die Spätzle verfeinert wurden. Und spätestens beim Dessert hatte Christoph Landscheidt einen echt “feurigen” Auftritt.
Als das Menü, dessen Zutaten von real gesponsert wurden, mit dem Dessert seinen krönenden Abschluss fand, waren sich alle Gäste einig: “Das war ein wunderschöner Abend, der unbedingt wiederholt werden muss!” Und auch Wolfgang Stammler war begeistert: “Wenn das Kochbuch den Geist dieses Abends atmet, dann bin ich zufrieden.”